Phytotherapie, Heilpflanzenkunde

Für wildlebende Pferde gibt es keine klare Trennung von Futter- und Arzneipflanzen. Der Speiseplan des Wildpferdes ist unendlich vielfältiger als das, was wir domestizierten Pferden je bieten könnten. Zudem das ganze Jahr über frisch. Es ist aber auch wissenschaftlich untersucht, dass Wildtiere bei Unwohlsein, Vergiftung oder Krankheit bestimmte Pflanzen oder andere Dinge, wie Erde oder Kohle aufnehmen, die nicht zur täglichen Ernährung gehören. Diese werden dann nur zeitlich begrenzt gefressen, wären auf Dauer sogar selbst giftig. 

Nahrung zu Medizin machen hat zwei Aspekte:

1: die Ergänzung von bestimmten essentiellen Nährstoffen, die im Mangel waren oder für die zeitweise ein hoher Bedarf besteht. Beispiele aus dem Humanbereich : Jodgabe bei Kropf, Lebertran (Vitamin D) gegen Rachitis in nördlichen Ländern
-2.: die Zufuhr von Wirkstoffen (sekundäre Pflanzenstoffe), die gesundheitsfördernde Reaktionen im Körper auslösen oder sogar selbst Krankheitserreger vernichten. Beispiele : Anregung der Schleimproduktion durch Saponine in Primelwurzel zur Hustenlösung oder das Bekämpfen von bakteriellen Infektionen mithilfe der Scharfstoffe im Meerrettich.

Die moderne Pharmakologie ist aus der traditionellen Heilpflanzenkunde hervorgegangen. Mit Weiterentwicklung der Chemie wurde es möglich, die Wirkungen von Heilpflanzenwirkstoffen effizienter zu gestalten, indem man diese aus der Pflanze extrahierte und isolierte. Man konnte sie so sehr genau dosieren und andere Pflanzeninhaltsstoffe, die evtl unverträglich waren oder die Wirkung der gewünschten Wirkstoffe abschwächte, eliminieren. Dadurch ist Erstaunliches möglich geworden: Schmerzhemmung, Narkose, Blutdrucksenkung, sehr gezielte Antibiose. Es wird ja oft auf die Nebenwirkungen der schulmedizinischen Medikamente geschimpft, es darf aber nicht vergessen werden, dass das ursprüngliche Ziel der Pharmaindustrie war, Nebenwirkungen zu verringern. Es ist zum Beispiel keine Pflanze bekannt, die bei Pferden Darmparasiten so zuverlässig abtötet wie unsere heutigen Wurmkuren, ohne dabei die Leber stark zu belasten. Ganze Pflanzen statt isolierte Wirkstoffe zu verwenden ist also nicht per se sanfter und schonender.

In bestimmten Fällen aber schon. Pflanzen enthalten einen ganzen Cocktail an Wirkstoffen, was ihre antibakterielle Wirkung immun gegen Resistenzbildung macht. Außerdem werden die Wirkstoffe  langsamer aufgenommen und ihre Nebenwirkung abgemildert. Ein Beispiel sind die Gerbstoffe im schwarzen Tee: je länger man ihn ziehen lässt, um so mehr Gerbstoffe lösen sich, wodurch das Coffein immer  unwirksamer wird. Und letztendlich gibt es bei weitem nicht für jede Heilpflanzenwirkung einen isolierten, von der Pharmaindustrie patentierten Wirkstoff. Bei Leberschäden zum Beispiel greifen auch Mediziner auf die bewährte Mariendistel zurück. Auch die Immunanregende Wirkung der Echinacea oder der Katzenkralle gibt es so nur in der Pflanzenwelt. 

Ich habe bei Pferden mit Atemwegserkrankungen sehr gute Erfahrungen mit Heilpflanzen gemacht und bin davon überzeugt, dass sie in diesem Fall der Schulmedizin weit überlegen sind, zumindest in Bezug auf eine nachhaltige Besserung. Grund ist ihre  vielschichtige Wirkungsweise: Saponine regen über Reizung des Vagusnerves die Flüssigkeitsproduktion auf allen Schleimhäuten an und lösen dadurch den Schleim. Ätherische Öle werden direkt über die Schleimhäute ausgeschieden und wirken dort sowohl krampflösend als auch antibakteriell, zusätzlich haben sie eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem, zusätzlich können Scharfstoffe antibiotisch wirken, Glycoproteine immunanregend, Flavonoide entzündungshemmend. Dem Körper wird einfach eine breitere Palette an Substanzen angeboten, die das System in Bewegung bringen helfen können, gerade auch bei chronischen Erkrankungen.

Weitere Wirkungen von Heilpflanzen auf Pferde, die mit schulmedizinischen Medikamenten nicht so nachhaltig und nebenwirkungsfrei erzielt werden können, sind: Entgiftungsanregung, Lymphflussanregung, Abdichtung der Darmschleimhaut bei Durchfall, Entzündungshemmung, Unterstützung der Infektionsabwehr, Ausgleich des Nervensystems.

Ihr Einsatz macht also Sinn vor allem bei chronischen Überlastungen des Organismus, die sich in chronischer Bronchitis, Darmentzündungen, Müdigkeit, Hautinfektionen und Allergien äußern, Stresszuständen, nervösem Magen, Arthrose aber auch bei akuten Infektionskrankheiten (in Absprache mit Tierarzt oder Tierärztin)

Ich erstelle individuelle Rezepturen mit Heilpflanzen, Vitalpilzextrakten und Nahrungsergänzungsmitteln. Ich verkaufe sie selber nicht, gebe Ihnen aber die nötigen Infos, wo Sie alle Zutaten schnellstmöglich her bekommen könnt.